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Die "Brandenburg" auf dem Kumitzberg

Der Kumitzberg nahe Landskron, zwischen St. Ruprecht im Norden, St. Leonhard und Neulandskron im Süden, der Talung von Zwischenbergen im Westen und Kumitz und Seebach im Osten gelegen, ist eine sanfte Kuppe aus Granitgneis, die etwa 130 m über den Vassacher See aufragt und deren unspektakulärer Gipfel 658 m Seehöhe aufweist.

Während die in etwas mehr als 2 km Entfernung von dort gelegene Burgruine Landskron weithin sichtbar und hinsichtlich ihrer Geschichte gut bekannt ist, kann man dies von der Brandenburg auf dem Kumitzberg nicht behaupten. Sie ist in keinem einzigen der zahlreichen Kärntner Burgenbücher erwähnt. Dieses scheinbare Versehen der Autoren hat ziemlich regelmäßig Anfragen von heimatkundlich Interessierten an das Museum und Archiv zur Folge, die nach Informationen zu dieser abgekommenen Burg suchen, von der immerhin noch einige Mauerzüge und Ruinen-Reste künden.
 

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um 1915
Gasthaus Brandburg bei Villach - Kumitzberg
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Die historische Recherche führt zurück in die letzten Jahre des 19. Jahrhunderts und zu einem Villacher Unternehmer namens Max Brand. Zuvor zeitweilig in Laibach tätig, siedelte er sich 1883 in Villach an und bewies nicht nur als Inhaber des Bahnhof-Restaurants am damaligen Südbahnhof vielfältige Aktivität, er war Gemeinderat  und wirkte als Pionier des Sommertourismus am Millstätter- und am Ossiacher See. Dort war er unter anderem maßgeblich an der Etablierung der Linienschifffahrt beteiligt, die im Sommer 1905 mit dem Dampfschiff "Landskron" beginnen konnte.
 

Platzhalter Max Brand hat 1897 auf dem Kumitzberg ein Haus erbaut, neben dem er Burgmauern mit Zinnen und Türmchen und einen Torbogen errichten ließ, auf dem "Brand - Burg" eingemeißelt stand. "Auf der höchsten Spitze erbaute er sich ein Blockhaus, daneben eine kleine Küche mit aus dem Felsen gesprengtem Keller. Um diese Baulichkeiten breitet sich der obere Burghof aus, der eingefriedet ist von kolossalen Mauern, aus denen sich im Süden ein mächtiger Steinturm erhebt. Gegen Westen gelangt man über in Fels gehauene Stiegen zum unteren Burghof mit Zinnen und Toren ...und dieser Punkt war es, an dem sich heute, Sonntag 14.11.1897, als die Sonne zur Ruhe ging, eine Freundesschar des Herrn Brand zusammenfand, um die Burg zu taufen..." (Kärntner Nachrichten vom 18.11.1897).
 

Als der rührige Unternehmer Brand 64jährig 1908 verstarb, war es vorerst schwierig, für das Anwesen auf dem Kumitzberg einen Käufer zu finden. Es bestand jedoch als Gastwirtschaft weiter, während das einstige romantische Mauerwerk verfiel und die Anfänge dieser "Burg" in Vergessenheit gerieten, wogegen der Name fest eingewurzelt ist und etwa in einem Führer durch die Umgebung von Villach im Jahr 1951 schon für historisch gehalten wird: "Man kommt in einer halben Stunde bequem auf die Höhe des Berges, wo eine alte Burgruine mit hübscher Aussicht auf den Ossiacher See steht, die Brandenburg mit Gasthausbetrieb...". Durch einen Brand im März 1957 schritt der Verfall weiter voran. Bei der Schaffung von Straßennamen in der einstigen Gemeinde Landskron wurde der vermutlich schon längst zuvor so gebrauchte "Brandenburgweg" zwischen St. Leonhard und dem Kumitzberg im Jahr 1966 auch offiziell so benannt. (D. Neumann)


Originalartikel: http://www.villach.at/inhalt/museum/5475_26231.asp